Anlagenservice

Zuverlässiger als Wetterprognosen

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Das Regalbediengerät „Exyz“ von SSI Schäfer kann sowohl unter tropischen Bedingungen wie auch in Tiefkühllagern bis -30 °C eingesetzt werden.
Das Regalbediengerät „Exyz“ von SSI Schäfer kann sowohl unter tropischen Bedingungen wie auch in Tiefkühllagern bis -30 °C eingesetzt werden. (Bild: SSI Schäfer)

Intelligent ausgewertete Daten im Zusammenspiel mit modernen Visualisierungs-Tools machen die Predictive Maintenance beinahe zum Kinderspiel. In präzise getakteten Supply Chains ist die vorausschauende Wartung und Instandhaltung sozusagen das Lebenselixier eines jeden Anlagenbetreibers, denn ungeplante Stillstände können schnell richtig ins Geld gehen. Umfassende Livetime-Services mit 24/7-Garantien und Fernwartung können hier als „Lebensversicherung“ wirken.

Größter Treiber der Logistikautomatisierung ist der geforderte immer höhere Anlagendurchsatz, der zum Ziel hat, Produkte schneller und flexibler liefern zu können und der die verfügbare Zeit für Wartungen naturgemäß schrumpfen lässt. Damit einher geht die Forderung, zunehmend auf digitale Prozesse zurückgreifen zu können. „Ist eine digitale Durchgängigkeit des Engineerings über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gegeben, kann der Anwender diese erheblich besser organisieren und steuern“, sagt Franz-Joseph Kleigrewe, Automation Consultant bei der Beumer Maschinenfabrik. Aufgrund der demografischen Entwicklung gehe es aber auch darum, Arbeitsplätze durch Automatisierung ergonomischer zu gestalten.

„Person zur Ware“ zunehmend out

Für Arnold Lanz, Director Sales Customer Service & Support bei SSI Schäfer, sind es in verschiedenen Regionen der Welt durchaus unterschiedliche Faktoren, die Logistikautomation attraktiv für Unternehmen machen. „Steigende Qualifikationen und stetig steigender Lebensstandard führen dazu, dass einfache Tätigkeiten, wie das Kommissionieren oder das Nachfüllen von Regalen, keine attraktive Beschäftigung mehr sind.“ In Peak-Zeiten entstehe schon ein hoher Wettbewerb um Arbeitskräfte und selbst in Entwicklungsländern und Emerging Markets seien günstige Arbeitskräfte – vor allem in Ballungszentren – nicht mehr verfügbar.

Gleichzeitig macht Lanz auf die Folgen der steigenden Artikelvielfalt aufmerksam: Die wachsende Anzahl individueller Produkte im Lager führe zu einer geringeren Lagerdichte und steigendem Platzbedarf in einem konventionellen Lager. Damit sinke die Effizienz klassischer Person-zur-Ware-Konzepte. Dem könne nur mit automatisierten Systemen begegnet werden. „Zum Betreiben von automatisierten Anlagen sind immer mehr Fachkräfte erforderlich, um die täglichen Wartungsaufgaben zu erledigen und Störungen einfacher zu beheben. Der Trend geht jedoch dahin, dass sich der Betreiber auf die Kommissionierung und das Order-Fulfillment konzentrieren möchte und die technischen Aufgaben an Experten vergeben werden“, so Lanz. SSI Schäfer gehe mit der Schäfer Maintenance Philosophy (SMP) in genau diese Richtung und biete ganzheitliche Konzepte mit präventiven und prädiktiven Leistungen für die Anlagenbetreuung an.

Anhaltender Automatisierungstrend

Vor allem der E-Commerce fordert Betreibern und Anlagen Schnelligkeit und Flexibilität ab, damit einhergehend ist die Frage des Retourenhandlings. „Wir sehen aber auch zunehmend Engpässe bei Fachkräften und ich denke, der Trend der Automatisierung wird auch aus diesem Grund noch länger anhalten“, sagt Réné Sickler, Director Dematic Services. Und weiter: „Die Digitalisierung hält in allen Lagertypen mehr und mehr Einzug. Auch manuelle Lager sind heute schon hoch digital.“

Auch für Stefan Stumpf, Geschäftsführer der Deutschland-Niederlassung von Stöcklin Logistik in Netphen, gibt die erforderliche Durchsatzleistung den Takt vor. „Weitere Treiber sind Platzmangel, ineffiziente innerbetriebliche Transporte, lange Laufwege und Suchvorgänge im Zuge der Kommissionierung und ein zu hoher Aufwand bei der Auftragskonsolidierung“, so Stumpf. Mithilfe automatisierter Intralogistiksysteme ließen sich die Arbeitsbedingungen unter ergonomischen Gesichtspunkten verbessern: etwa durch integrierte höhenverstellbare Packtische oder automatisierte Verpackungseinrichtungen.

Ende des Booms nicht absehbar

Dabei ist der Trend hin zu automatisierten Logistikanlagen ungebrochen, eine Sättigung aktuell nicht zu erkennen. „Neue, kreative Lösungen verlängern den Trend, der nur durch Flexibilitätsanforderungen etwas beschränkt wird“, ist denn auch ein Statement von Kurt Hager, Managing Director bei Daifuku Europe. „Je mehr Anlagen am Markt sind, desto mehr After- Sales-Geschäft gibt es“, bestätigt SSI-Schäfer-Mann Lanz den Trend. „Eine Sättigung beobachten wir Systemanbieter und Generalunternehmer für die Intralogistik nicht – ganz im Gegenteil. Der Anteil automatisierter Intralogistiksysteme wird –vermutlich sogar überproportional – weiter steigen“, so auch Stefan Stumpf, Stöcklin. Lösungen, wie beispielsweise sein hochverfügbares automatisches Kleinteilelager (AKL) „BOXer“, seien skalierfähig und erweiterbar und ließen sich somit flexibel an veränderte Anforderungen anpassen. Auch stehe verstärkt der Wunsch im Raum, Komplexität zu reduzieren und Verschwendung im Sinne des Lean-Gedankens zu minimieren.

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