Shuttle-System

Bis zu mittlerer Leistung wird die klassische Fördertechnik unnötig

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Aber was ist mit der Routenplanung, der Lokalisierung und der Zielführung der Fahrzeuge?

ten Hompel: Bei der zellularen Intralogistik ist es zunächst einmal egal, ob das Fahrzeug 50 cm weiter links oder rechts im Lagerbereich fährt; Hauptsache, es trifft am Ende seiner Fahrt das Ziel. Eine Zielanfahrt ist viel einfacher zu realisieren als ein vorgegebener Weg.

Wir haben lange überlegt, wie wir es schaffen, die Fahrzeuge auf ein paar Millimeter genau zu lokalisieren, um sie um die Fördertechnik herumzumanövrieren. Das tun wir heute gar nicht mehr. Wir nutzen eine einfache, auf einen halben Meter genaue W-Lan-Lokalisierung, was völlig ausreicht.

Die Zieleinfahrt erfolgt mithilfe optischer Marken, die über einen Scanner erfasst werden, und mittels Lichtschranken. Auch das ist kein Teufelswerk. Die Grundidee des Multishuttle Move ist also ziemlich schlicht.

Sie hatten bereits die Leistung des Systems angesprochen ...

ten Hompel: Das ist der entscheidende Punkt, dass wir mit dem Multishuttle Move eine vernünftige Leistung hinbekommen. Wir führen heute eine ähnliche Diskussion wie vor fünf oder sechs Jahren, als wir das regalgebundene Multishuttle eingeführt haben. Damals ging es um die Frage, ob wir die Leistung eines automatischen Kleinteilelagers erreichen können.

Das bestreitet heute niemand mehr, ganz im Gegenteil: Das Multi-Shuttle-System ist flexibel skalierbar und kommt sogar über die Leistung eines automatischen Kleinteilelagers hinaus, wenn fünf oder sechs Shuttles in einer Gasse eingesetzt werden. Im Grunde machen wir jetzt mit dem Multishuttle Move genau das Gleiche, nur auf der anderen, also auf der fördertechnischen Seite.

Mit dem Unterschied, dass das Multishuttle Move Regalbediengerät und weiterführende Fördertechnik in sich vereint. Wie viele Fahrzeuge sind nötig, um eine durchschnittliche Stetigfördertechnik zu ersetzen?

ten Hompel: Diese Frage haben wir uns auch gestellt. 50, 60 oder vielleicht sogar 70? Wenn wir in einem typischen Layout durchschnittlich 20 m in die Lagergasse und auf der anderen Seite 20 m zur Arbeitsstation fahren, brauchen wir auf der Fläche in etwa nur noch einmal die gleiche Menge an Fahrzeugen, die im Regal eingesetzt werden. Das ist eine sehr vereinfachte, aber in vielen Fällen zutreffende Betrachtung. Typisch zellulare Transportsysteme – man fragt sich an vielen Stellen, warum noch keiner darauf gekommen ist.

Welche Aussagen können Sie hinsichtlich der Geschwindigkeit der Shuttles im Vergleich zur klassischen Fördertechnik machen?

ten Hompel: Mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s sind die Fahrzeuge nicht unbedingt langsam, aber natürlich spielt bei einer Berechnung auch die Strecke, die die Fahrzeuge zurücklegen müssen, eine Rolle. Wir forschen gerade an Algorithmen, mit denen sich die Fahrzeuge so steuern lassen, dass sie sich im Verkehr möglichst wenig aus dem Weg gehen müssen.

Welche Strategien dabei die besten sind, untersuchen wir noch. Grundsätzlich wollen wir aber das einfachste machen, was man sich vorstellen kann: den geraden Weg fahren und rechts vor links festlegen.

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