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Shuttle-System Bis zu mittlerer Leistung wird die klassische Fördertechnik unnötig

| Redakteur: Volker Unruh

Ein Lager ohne Stetigförderer oder Rollenbahnen – ein gemeinsam vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) sowie von Dematic entwickeltes Shuttlesystem macht's möglich. Wir sprachen mit den Vätern des Projekts, Prof. Dr. Michael ten Hompel und Dematic-Vertriebschef Thomas Metz.

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Dematic-Vertriebsleiter Thomas Metz (links) und Prof. Dr. Michael ten Hompel, Leiter des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) erklären die zellulare Intralogistik mit ihren autonom agierenden Shuttle-Fahrzeugen. (Bild: Unruh)
Dematic-Vertriebsleiter Thomas Metz (links) und Prof. Dr. Michael ten Hompel, Leiter des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) erklären die zellulare Intralogistik mit ihren autonom agierenden Shuttle-Fahrzeugen. (Bild: Unruh)

Herr Professor ten Hompel, was verstehen Sie unter zellularer Intralogistik?

ten Hompel: Zellulare Intralogistik beruht auf autonomer Fördertechnik. Die Innovation ist, dass die gleichen Fahrzeuge sowohl klassische Lageraufgaben als auch ganze Transportaufträge abwickeln.

Wie können wir uns das praktisch vorstellen?

ten Hompel: Dematic und wir haben die bereits gemeinsam konzipierten Regalfahrzeuge des Multi-Shuttle-Systems dahingehend weiterentwickelt, dass die Fahrzeuge durch ein zweites Fahrwerk und entsprechende Sensorik aus dem Regal herauszufahren und sich ohne Schienen frei auf der Fläche bewegen können. Zumindest bei kleiner und mittlerer Leistung ist damit jede weitere Fördertechnik überflüssig.

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Herr Metz, welche Ziele verfolgen Sie mit diesem System, wo liegen die Vorteile für den Anwender?

Metz: Mit dem Multishuttle Move können wir sehr stark auf die am Markt geforderte Flexibilität fördertechnischer Systeme eingehen. Viele unserer Kunden müssen heute ein Lager für zehn Jahre planen, obwohl sie gar nicht wissen, welche Aufgaben in fünf Jahren auf sie zukommen.

Das System kann je nach Bedarf um ein oder mehrere Fahrzeuge ergänzt oder um sie reduziert werden. Somit wird das Thema Wachstum für die Kunden wesentlich leichter planbar, und Anpassungen können stufenweise erfolgen.

Und es muss kein Transportgut mehr umgepackt werden, denn das Multishuttle Move erledigt nicht nur Ein- und Auslageraufgaben in den Regalen, sondern kann darüber hinaus mit der Last ausfahren und die Ware ohne Umladen direkt zu den Kommissionierstationen bringen.

Welche Einsatzmöglichkeiten standen bei der Entwicklung des Multishuttle Move im Vordergrund?

ten Hompel: Wir hatten ein klares Szenario vor Augen: das Logistikzentrum mittlerer Leistung mit einer Transportleistung von rund 2000 Behältern pro Stunde und mit einem automatischen Kleinteilelager (AKL) davor.

Unsere neue 65 m lange Versuchshalle – übrigens der Nachbau eines real existierenden Distributionscenters – wird zurzeit in Dortmund gebaut und dort werden wir reale Auftragsleistungen simulieren. Erste Berechnungen zeigen, dass wir mit 50 Multishuttles die komplette Fördertechnik plus fünf Regalbediengeräte ersetzen.

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