Fuhrparkmanagement Pro und contra Fremdvergabe

Autor / Redakteur: Eckhard Boecker / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Häufig fragen sich Entscheidungsträger aus Industrie, Handel und Dienstleistung, ob der Fuhrpark weiter intern durch eigene Kräfte gehandelt oder an externe Experten vergeben werden soll. Betriebswirtschaft und Unternehmenspolitik stehen im Entscheidungsprozess für beziehungsweise gegen die Eigenverwaltung im Vordergrund.

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Der Fokus im Fuhrparkmanage-ment ist klar auf die kleinen Flotten gerichtet, die durch eine Fuhrparkgröße von unter 25 Fahrzeugen gekennzeichnet sind. Bild: APL Logistics
Der Fokus im Fuhrparkmanage-ment ist klar auf die kleinen Flotten gerichtet, die durch eine Fuhrparkgröße von unter 25 Fahrzeugen gekennzeichnet sind. Bild: APL Logistics
( Archiv: Vogel Business Media )

Für externe Fuhrparkverwalter ist die Nord Logistic GmbH mit Sitz in Hamburg interessant. Denn dieser Transport- und Logistikunternehmer verwaltet seinen Fuhrpark von acht Nutzfahrzeugen, zehn Pkw und sechs Trailern/Anhängern selbst. Und dies macht dieser Betrieb, so der Geschäftsführer Andre Vollath, aus eigenem Interesse an den Fahrzeugen selbst. Dass dies kein betriebswirtschaftliches Argument für die Eigenverwaltung ist, weiß Andre Vollath.

Deshalb spielen auch wirtschaftliche Gründe für das Management innerhalb des eigenen Speditionshauses eine Rolle. Beispielsweise, Verantwortung zu übernehmen, indem die eigenen Fahrer für notwendige Kleinreparaturen herangezogen werden.

Darüber hinaus will man eigene Einkaufsmöglichkeiten – beispielsweise via Internet – weiterhin selbst ausschöpfen. Außerdem will man seine Unabhängigkeit von Vertragswerkstätten erhalten. Für die Eigenverwaltung spricht weiterhin, dass Instandsetzungsmöglichkeiten von defekten Teilen im eigenen Haus vorhanden sind. Darüber hinaus gibt dieses Unternehmen zu bedenken, dass der Verwaltungsaufwand durch eine externe Spezialfirma, verglichen mit dem internen Verwaltungsaufwand, teurer sei.

Begründet wird die Selbstverwaltung des Fuhrparks auch damit, dass die Verwaltungsaufgaben auf verschiedene Köpfe im Unternehmen verteilt seien, deren Fixkosten unabgängig von der bestehenden Beschäftigung auch dann zu 100% anfallen würden, wenn dieser Job durch externe Spezialisten sichergestellt würde. Die externen Kosten bedeuteten dann zusätzlichen Aufwand, der aus der wirtschaftlichen Tätigkeit – zu Lasten des Gewinns – zu erwirtschaften ist.

Zahlreiche gute Gründe für die Eigenverwaltung

Als weiterer Grund spreche für die Eigenverwaltung, dass die eigenen Lkw weit über den steuerlichen Abschreibungszeitraum hinaus über zehn Jahre eingesetzt werden, so Andre Vollaths. In einem Speditionsbetrieb gibt es auch unternehmenspolitische Gründe, warum an eine Fremdvergabe von Leistungen nicht gedacht wird. Denn, so Andre Vollath abschließend, man wolle sich erstens „nicht in die Karten schauen lassen“ und sich zweitens „keine externen Systeme und Prozesse aufgeben lassen“.

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